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Hexenkunst und Hexenkraft -

Die magischen Methoden von Austin Osman Spare



Austin Osman Spare gilt in der Magie des 20. Jahrhunderts als Erfinder der Sigillenmagie. "Erfinder" ist wohl nicht ganz richtig, denn es handelt sich um eine Magie der Wunscherfüllung, deren Grundprinzip wahrscheinlich schon in frühen Phasen der menschlichen Geschichte in manchen Kulturen bekannt war, in archaischen Phasen, die noch vor der Entstehung organisierter religiöser Kulte lagen. Spare selbst erwähnt eine alte Frau, die ihn in die Hexenkunst eingeführt hat, doch es handelt sich hierbei um eine rein mündliche Tradition, für die sich keine dokumentarischen Belege finden lassen, wie weit sie zurück reicht, lässt sich daher ebenfalls nicht ermitteln.


  A. O. Spare, 1886 - 1956


Sigille dienen unter anderem zur Erfüllung eines Wunsches. Dieser wird notiert, aus den Buchstaben des Wunschsatzes wird dann ein grafisches Symbol geformt, dieses "Sigill" wird im Zustand einer magischen Trance aktiviert, danach absichtlich "vergessen", das heißt, man denkt weder an das Sigill noch an den zugrunde liegenden Wunsch. Wenn alles richtig gemacht wurde, manifestiert sich nach einiger Zeit der Wunsch, nicht selten auf unerwartetem Wege.

Mit dieser einfachen und brauchbaren Methode ausgestattet, erfüllen viele Hexen sich ihre Wünsche, soweit es die Grenzen des Verfahrens zulassen. Es gibt aber in dieser Form der Magie einen bestimmten Hintergrund, der nur durch persönliche Erfahrung verstanden werden kann. Genau genommen handelt es sich nicht um eine einzelne Erfahrung, sondern um eine ganze Reihe davon. Jede Hexe, die diese Erfahrungen gewinnt, kann die Grenzen der Sigillenmagie erweitern, das heißt, mit Hilfe von Sigillenmagie Dinge erreichen, die vorher nicht möglich waren. Darüber hinaus gehend kann auf diesem Weg auch eine spezielle Art von Bewusstsein gewonnen werden, welche immer mit einer stets und anstrengungslos vorhandenen magischen Kraft verbunden ist, der ursprünglichen Hexenkraft.



Spare selbst wusste natürlich diese Dinge und hatte eine sehr weit gehende Verwirklichung davon (was aus den wenigen bekannt gewordenen "magischen Erlebnissen" anderer Leute mit ihm ersichtlich ist). Wie alle großen Adepten der magischen Künste hüllte er sich darüber in konsequentes Schweigen, seine Schriften machen vereinzelt Andeutungen, aber eine klare Anweisung für ein systematisches Vorgehen wird man vergeblich suchen. Die Kommentatoren aus der magischen Szene, zum Beispiel sein Freund und Nachlassverwalter Kenneth Grant, erhellen die Angelegenheit auch nicht unbedingt. Grant schrieb viele kluge und mehr oder minder zutreffende Dinge über die Arbeitsmethoden von Spare, aber seine persönliche Magie dringt stark durch. Grant war nicht nur ein persönlicher Schüler von Aleister Crowley, er war einer der wenigen, die Crowleys Arbeit weiter entwickelt haben, er war Oberhaupt des "typhonischen" Ordo Templi Orientis, der sich als thelemitisch versteht, d. h. von Crowleys Offenbarung bzw. Energieübertragung abgeleitet. Eine entsprechende Färbung ist nicht verwunderlich, abgesehen davon sind alle Werke von Grant als Arbeitsanweisungen nicht brauchbar, sie erheben auch nicht diesen Anspruch, sondern verlagern die Arbeit in das Innere seines Ordens. Die Texte von Grant über Spare (zum Beispiel in "Cults of the Shadow") und einige spätere Sekundärliteratur haben dazu geführt, dass Spare oft in einem Atemzug mit mehr oder minder "dunklen" Kulten genannt wird, mit denen er nie persönlich etwas zu tun hatte. Auch in diesem Fall sollte man sich an die Quellen halten, zumal die wesentlichen Texte von Spare in deutscher Übersetzung zugänglich sind.

Andere Autoren beziehen sich meistens auf verschiedene Möglichkeiten, Sigillenmagie zu betreiben. Das kann die Arten und Formulierungen der Wünsche betreffen, sowie mögliche Methoden, zu einem Sigill zu gelangen, es zu aktivieren und zu vergessen. Mittlerweile wird Sigillenmagie ganz selbstverständlich sogar in der trivialen Esoterik-Literatur beschrieben, welche Magie auf blosse Rezepte reduziert ("Wie man die Treue eines Liebhabers ermittelt"), ohne dass es ein Streben nach höherer Erkenntnis gibt. Doch auch unter ernsthaften Magiern und Hexen wird Sigillenmagie verwendet, ohne besonders zu reflektieren, warum sie eigentlich funktioniert (bzw. warum sie in vielen Fällen nicht ohne weiteres funktioniert), sie scheint zu jedem magischen Weltbild zu passen, zumal sie ohne den Beistand von Entitäten (Götter, Engel, Dämonen, Geister etc.) arbeitet.

Meine folgenden Bemerkungen wollen zeigen, worin die geistigen Grundlagen der Magie von Spare bestehen bzw. bestehen könnten. Es ist nämlich schwer möglich, aus den Texten von Spare ein konsistentes Gedankengebäude abzuleiten, die Texte springen assoziativ von einer Sache zur anderen, sie sind poetisch, nicht praktisch, man kann sie stellenweise sogar als eine Art Kunsttheorie lesen, welche Spares eigenes künstlerisches Schaffen beleuchtet. Spare hat sich selbst hauptsächlich als Künstler verstanden, nicht als Magier, Hexenmeister oder ähnliches, obwohl er das in hohem Ausmaß war. In deutlichem Gegenpol zu Aleister Crowley, den er persönlich gekannt hat, hielt er sich für nichts besonders und machte sich nicht selbst zum Kult. Spare gilt mittlerweile als einer der Gründer oder Vorläufer des Surrealismus, sein künstlerisches Werk war unter Künstlern früher bekannt als sein magisches unter Magiern. Interessanterweise scheint er eine eigene Theorie des Unbewussten entwickelt zu haben, ohne direkt auf Sigmund Freud Bezug zu nehmen (Von der Psychoanalyse hielt Spare wenig), während die Surrealisten, die sich so nannten, mit den Methoden Freuds vertraut waren. Spare praktizierte das "automatische Zeichnen", die Surrealisten, soweit sie Schriftsteller waren, das "automatische Schreiben", die Hauptmethode von Freud bestand aus dem "freien Assozieren" einer Art "automatischen Sprechens" über die eigenen Erinnerungen. Alle diese Methoden arbeiten damit, die bewusste intellektuelle Analyse ruhig zu stellen und es den im Unbewussten gespeicherten, vergessenen und verdrängten Erinnerungen zu erlauben, sich zunächst ins Bewusstsein zu erheben und sich dann über ein Medium wie Bild oder Sprache auszudrücken.
Spare ging diesen Weg in beide Richtungen: Aus dem Unbewussten schöpfend, drückte er sich bildnerisch aus, seine Zeichnungen und Gemälde sind grösstenteils in einem seltsamen Zwischenreich aus Traum, Vision, vager Erinnerung, multipler Persönlichkeit, Naturgeistern und sexuellen Obsessionen angesiedelt. Umgekehrt beruht Sigillenmagie auf einem bewussten Wunsch, der so verschlüsselt wird, dass er am Zensor des analytischen Verstands ins Reich des Unbewussten vorbei geschmuggelt werden kann, um dann bewusst vergessen ("verdrängt") zu werden - wodurch der ursprüngliche Wunsch zu Wirklichkeit wird.

  A. O. Spare, "Todesstellung" (Klick: Größer)



Wir sind aus der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts solche Bilder gewohnt, wie Spare sie erschaffen hat, aber wir sollten bedenken, dass er im viktorianischen England um 1900 angefangen hat, solche Kunst zu schöpfen, und zu dieser Zeit war das sehr gewagt und ungewöhnlich, nicht nur wegen der sexuellen Anspielungen, sondern auch wegen der Ablehnung der Religion seiner Zeit, aber auch des zeitgenössischen Okkultismus, die sein Denken, künstlerisches Arbeiten und magisches Handeln auszeichnet. Diese Ablehnung steht im diametralen Gegensatz zu seinem 11 Jahre früher geborenen Kollegen der magischen Künste, zu Aleister Crowley, der in Theorie und Praxis mit beiden Beinen tief im Monotheismus steht - freilich in einem sehr ungewohnten, der die jüdische Kabbala und das Christentum zum Teil nachahmt, zum Teil spöttisch persifliert, zum Teil ins Gegenteil umkehrt und dieses Gegenteil als die "geheime Wahrheit" bezeichnet.

Ich behaupte im folgenden nicht, zu wissen, was Spare wirklich gemeint hat, oder in irgend einer mündlichen, zu ihm hinführenden geheimen Übermittlung zu stehen, ich habe den guten Mann auch nicht "gechannelt". Spares verbale Aussagen geben einen breiten Interpreationsspielraum, diesen willkürlich auf eine von mehreren Möglichkeiten zu reduzieren, kann der Sache nicht gerecht werden. Ich arbeite mit den Methoden von Spare seit langer Zeit, manchmal hin und wieder, manchmal intensiver, ich habe damit einige recht seltsame und sehr interessante Dinge erlebt. Durch meine gleichzeitige Praxis des tantrischen Buddhismus, speziell von Dzogchen, und anderer "nondualer" Methoden, wie des shivaitischen Vijnana Bhairava Tantra, ist mir klar geworden, dass die Sichtweise von Spare mit der Sichtweise dieser Überlieferungen gut übereinstimmt. Das ermöglicht es, durch meditative Praktiken aus nondualen, nicht-religiösen asiatischen Geheimlehren in die Sichtweise von Spare oder "Zos Kia" (eine von Spare gewählte Bezeichnung) einzudringen. Von dieser Sichtweise ausgehend, ist es in der Folge möglich, einen mit jedem Schritt autonomen Pfad zu bilden, der zurück in das ursprüngliche Bewusstsein des Menschen führt, dieses Bewusstsein bildet den Ausgangspunkt magischen Handeln, welches in keiner Weise an die Wert- und Wahrheitsvorstellungen einer bestimmten heutigen Gesellschaft oder Religion gebunden ist. Man kann meine Ideen über Zos Kia, die Sichtweise und Hexenkunst von Spare, ruhig als bloße Spekulation auffassen, jede tantrische Yogini, die versucht, diese Anschauungen in ihre Praxis zu integrieren, wird bald fest stellen, dass es sich um mehr handelt als Spekulation, sondern um ein Tor zu tiefen, alten, vergessenen Schichten des menschlichen Bewusstseins.




Ausschnitt aus einem Bild von Bhagamalini


Neither-Neither und Nondualität


Spare verwendet manchmal den Begriff Neither-Neither als Beschreibung eines bestimmten grundlegenden Bewusstseinszustands, andere Begriffsbildungen in ähnliche Richtungen sind Kia oder die "Todesstellung", letztere eine Praxis, die zu diesem Zustand hinführen kann. Neither-Neither heißt Weder-Noch, weder das eine, noch das andere (das Gegenteil des Einen). Es handelt sich um eine Erfahrung, die irreversibel klar macht, dass es keinerlei intellektuelle Feststellung über die Gesamtheit der Phänomene gibt, die wahr ist, auch vom Gegenteil kann man das nicht sagen. Speziell bedeutet das, das es kein religiöses, esoterisches oder philosophisches Konzept gibt, welches wahr ist, ebenso gibt es keinen Weg zur Wahrheit oder der Wahrheit, daher auch kein Verhalten oder eine Art der konzeptgebundenen geistigen Übung, um zur Wahrheit zu gelangen. Kenner der Philosophie des Mahayana Buddhismus werden sich hier sofort an die Prajna-Paramita-Sutras und den "Mittleren Weg" von Nagarjuna erinnern, Spare dürfte aber auch diese Ideen gänzlich aus eigener Erfahrung entwickelt haben. Zu seinen Lebzeiten war nur eine einzige englische Übersetzung aus dieser Literatur erhältlich (Buddhist Mahayana Texts Part 2, ed. Max Müller 1894), außerhalb der Indologie-Institute wurden diese Texte erst nach 1960 durch die Arbeiten von Edward Conze bekannt.

Es handelt sich um die nonduale Sichtweise, und um diese zu erlangen, gibt es konkrete Übungen, die in den Mahamudra- und Dzogchen-Abteilungen des tantrischen Buddhismus beschrieben werden, ebenso wie in bestimmten Hindu-Praktiken, auch der Grundtext des chinesischen Taoismus, das Tao Te King, beschreibt die nonduale Sichtweise.

Alle nondualen Lehren besitzen eine dualistischen Hintergrund, der wesentlich bekannter ist als das nonduale Geheimnis, welches nur wenige erfahren, weil es erfordert, sich von allen Konzepten zu lösen. Der Buddhismus kennt (zum Teil extreme) dualistische Strömungen mit Hunderten Geboten und Verboten, besonders ausgeprägt im klösterlichen tibetischen Buddhismus, der orthodoxe Hinduismus besteht geradezu aus dualistischen Rein-Unrein-Ideen, die sich in Ernährungsvorschriften, Zölibat für Yogis und Frauendiskriminierung auszeichnen, die chinesische Staats- und Gesellschaftsphilosophie, der Konfuzianismus, ist ein Regelwerk, welches autoritäre Verhältnisse in Staat und Familie zementiert.

Die Vertreter der dualistischen Lehren, welche wahr und unwahr, rein und unrein, gut und böse, erlaubt und nicht-erlaubt immer wohl zu unterscheiden wissen, sind die Priester diverser Religionen und Kulte, es sind die die Hinausposauner unwahrer Wahrheiten, Propheten aufgestiegener Meister, Kommerz-Esoteriker, Weißwäscher und Lichtarbeiter aller Art, nicht zu vergessen das tibetische klösterliche System, welches ein gesellschaftliches Phänomen ohne befreiende Wirkung ist, im Westen aber aus unerfindlichen Gründen als Idealprojektion des Spirituellen gesehen wird.

Mit anderen Worten, die nonduale Sichtweise ist herzlich wenig dafür geeignet, gesellschaftliche und religiöse Strukturen und Hierarchien zu stützen, sondern sie dient zur Befreiung des individuellen Bewusstseins. Ihr typischer menschlicher Vertreter ist der verrückte Heilige, der sich an keine religiösen Konventionen hält, der von Ort zu Ort wandernde tantrische Yogi, der Erotik, Drogen, Musik und andere Sinneserfahrungen in Mittel seines Pfades zu verwandeln versteht, der im geheimen wirkende Magier, dessen Magie nicht mit religiösen Konzepten verbunden ist, der Freistil-Schamane, Chaos-Mystiker, Psychonaut, der furchtlose Erforscher der Mysterien.

In christlichen Europa gab es keine nonduale religiöse Strömung, wegen des christlichen Einflusses lange nicht einmal eine philosophische, das hat sich erst mit der Aufklärung geändert. Auch die Geschichte der Magie in Europa spiegelt vom Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts stets den herrschenden Monotheismus, im Namen von IHVH und Adonai werden die Engel angerufen und die Dämonen beschworen, sogar im Namen von Jesus Christus, obwohl das Christentum jede Magie (außer der eigenen Liturgie...) als teuflisch brandmarkt. Die Renaissance der Magie, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Crowley ausging, fußt nun einmal auf der Kabbala, der "Heiligen Magie des Abramelin", den Werken von Eliphas Levi, auf den Lehren der Rosenkreuzer und so weiter und so fort, all diese Quellen sind beseelt vom Glauben an den Monotheismus, der zwar immer wieder neu interpretiert, aber nie verlassen wird.

Austin Osman Spare, der Schöpfer von "Zos Kia", war nicht so. Er war nicht gläubig. Er betete zu keinem Gott. Er entwickelte keine Sakramente, keinen Stufenweg der Erkenntnis, keine Hierarchie des Gehorsams. Er offenbarte keine Wahrheiten, begründete keinen Kult, auch keinen, der einen negativen Gott, eine Schattenfigur wie Set, Satan, Typhon und so weiter in der Mitte hat. Seine Magie kommt völlig ohne Anrufung irgendwelcher höheren Kräfte aus, es gibt kein Dienen, keinen Gehorsam, kein gläubiges Vertrauen in die Wahrheit einer Behauptung oder moralische Richtigkeit einer Handlung.

Ich behaupte, und ich kann es nicht beweisen, sondern nur durch meine persönliche Erfahrung mit der Magie von Zos Kia rechtfertigen: Diese Magie steht nicht nur mit der Erfahrung der Nondualität in Verbindung, sie wird in ihrer fortgeschrittensten Art durch diese Erfahrung erst möglich gemacht - stets gewonnen durch entsprechende Übung. Natürlich kann die Yogini das eine oder andere Sigill aktivieren, ohne die nonduale Sichtweise erfahren zu haben, das bestreite ich nicht. Aber die Grenzen dieses Verfahren liegen im eigenen Dualismus. Spare verwendet dafür das Wort "Glaube" er meint damit nicht nur den Glauben im christlichen Sinn, sondern jeden Glauben an irgend eine Wahrheit, ein intellektuelles Konzept. Diesen Glauben kann man überwinden, indem man bewusst an das Gegenteil glaubt und solange mit dem Gegenteil spielt, bis sich Glaube und gegenteiliger Glaube ineinander auflösen.

Dazu ein Beispiel aus meiner Praxis: Eine Klientin klagt über den unerwünschten geistigen Einfluss eines extrem dualistischen indischen Licht-Gehirnwäsche-Gurus, in dessen Schule sie sich eine Zeit lang aufgehalten hat. Der Einfluss äußert sich in unangenehmen Träumen, echten oder vermeintlichen Suggestionen, wieder in die Sekte zurückzukehren und ähnlich Unerwünschtem mehr. Dieser Guru lehrt strengste vegane Diät, der Klientin pflegt schon bei kleinsten gegessenen Mengen von Nahrung tierischen Ursprungs übel zu werden. Ich rate, trotzdem mit dem Essen von Fleisch und Wurst zu beginnen, und dabei sehr kleine Dosen allmählich zu einer normalen Dosis zu steigern. Nach wenigen Tagen verließ alles Unerwünschte den Geist der Klientin.

Die Methode ist einfach und klar: Machen Sie das Gegenteil von dem, was in einer religiös oder esoterisch motivierten Gruppe als Wahrheit gelehrt wird, und Sie werden feststellen, dass Ihnen nichts passiert, den Mut zum Aufbegehren müssen Sie allerdings selbst haben, und Sie müssen sich soweit über die Sphäre des Dualismus erheben, dass kein Rückfall möglich ist. Das nonduale Gewahrsein erfordert im Übrigen, wenn einmal verwirklicht, keinerlei Anstrengung und Übung mehr, der Weg dorthin kann aber durchaus alptraumartige Sequenzen enthalten, und man sollte sich nicht zu früh am Ziel wähnen!

Verschiedene Arten des Glaubens anzunehmen und abzulegen wird von Spare "willkürlicher Glaube" genannt. Es muss sich dabei nicht um eine ganze Religion handeln. Wir können zum Beispiel auch daran glauben, einen bestimmten Job, für den wir uns beworben haben, zu bekommen. Trifft dann eine Absage ein, sind wir enttäuscht, wir glauben etwas nicht mehr, woran wir glaubten. Dadurch entsteht kurzzeitig "freier Glaube", ein konzeptloser Geisteszustand. Dieser kann unmittelbar dazu dienen, ein Sigill zu aktivieren. Spare gibt selbst in seinem "Buch der Freude" diese Methode an, aber sie wird wenig verstanden und häufig durch technische Tricks ersetztet, um den psychischen Zensor auszuschalten. Der Wille oder der freie Glaube muss "organisch" werden, das heißt auf einem Bewusstsein beruhen, welches frei von Hoffnung und Furcht, frei von Dualität ist, dieser Wille kommt aus den untersten Tiefen des Unbewussten, belebt das Sigill und kehrt wieder in die Tiefe zurück.


Eine alte Methode, Nondualität zu erfahren, besteht darin, in unberührter wilder Natur tief zu meditieren, bis ausnahmslos alles als ursprünglich vollkommen erkannt wird. Das ist gleichzeitig auch eine wesentliche schamanische Grundübung. Im Sinne dessen, was Nondualität ist, kann die Übung natürlich genau so in einer hässlichen Industriegegend erfolgreich durchgeführt werden, es handelt sich nicht um eine romantische Flucht vor den Dingen, die der Mensch hervorgebracht hat. Hier gibt es keine Wahrheit, Reinheit, keinen "authentischen Dharma", keine "spirituelle Evoultion", kein "Neues Zeitalter", kein täuschendes Wortgeklingel der weißwaschenden Geschäftemacher, hier gibt es nur die ungefilterte Realität von Mensch und Natur, voller Schönheit und Weisheit, aber auch voll Grausamkeit und abgrundtiefer Dummheit. Nondualität bedeutet nicht, keine Unterscheidungen bezüglich des eigenen Tuns und Lasssens zu treffen, sondern sie bedeutet, die eigenverantwortlichen Unterscheidungen nicht mehr länger mit nicht existenten höheren Wahrheiten zu begründen. Da alle Worte letztlich Täuschung sind, ist der höchste Ausdruck der Nondualität das magische Schweigen.





Der Rückwärtsweg, Ahnen, Atavismen, Stelen


Wie oben schon angedeutet, ist es möglich, sich einen Weg in das Unbewusste zu bahnen, indem man zurück geht in das Vergangene, hinunter in die vergessenen Tiefen.

Es ist bezeichnend, dass die moderne Kommerz-Pseudoesoterik immer in die Zukunft will, über deren Entwicklung sie angeblich nicht nur Bescheid weiß, sondern die sie sogar mit herbei führt, und sie will immer hinauf, zu den aufgestiegenen Meistern, den Engeln, zu Gott, auch das "Christusbewusstsein" darf nicht fehlen, zwar amtskirchlicherseits sehr verdächtig, aber ohne Gott und Christus scheint in Europa und in der bigotten "Führungsmacht" USA nichts zu gehen. All das ist Dualismus, die Zukunft ist angeblich besser als die Gegenwart (zumindest für die Lichtarbeiter, die sie schon kennen) das "oben" befindliche besser als das hier befindliche.

Die Zukunft der Menschheit ist in Wirklichkeit völlig offen, es gibt weder eine zutreffende Prophezeiung, wohin sie führen wird, noch Menschen, die in diese Zukunft "führen". Das alles ist Eso-Faschismus (die linke Variation, die ebenso an ein "Ziel der Geschichte" glaubt, ist ja gänzlich abhanden gekommen), es ist Messias- und Offenbarungsglaube, Kontrolle von selbsternannten spirituellen Eliten über ihre Sklaven, die fürs Glauben auch noch bezahlen dürfen. Ebenso sind all diese Engelswelten ausgedachte Produkte des menschlichen Geistes ohne unabhängige Eigenexistenz, "Hinterwelten" nannte Nietzsche spöttisch die Welten der Metaphysik. Nietzsche (oft oberflächlich rezipiert) ist vielleicht etwas veraltet, aber wie alt sind erst die Esos mit ihrem regenbogenbunten Engelkitsch, hinter dem das "Christusbewusstsein" mit gütigem Blick und der üblichen Barttracht winkt, Auswirkungen biblischer Legenden und Fälschungen von Geschichte und Textüberlieferung, Täuschung durch Bilder, Ideologie und Propaganda.

Was haben wir wirklich?
Die Gegenwart unserer Existenz mit ihren individuellen Merkmalen und die Gegenwart der Außenwelt mit Merkmalen, die grösstenteils nur wenig mit uns persönlich zu tun haben. Die Gegenwart unserer individuellen Existenz beruht auf Gestern, Vorgestern und Vorvorgestern, auf all den eingespeicherten Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühlen, Lernprozessen, verdrängten Schrecken, Träumen und Alpträumen, verloren gegangenen Fähigkeiten, Schönheit und Grauen der Jugend. Die Gegenwart unserer Welt beruht auf der Entwicklung des Kosmos, der Erde, dem Lauf der biologischen Evolution. Wir und die Welt sind wirklich da, und wir sind da, weil wir gestern und weiter zurück da gewesen sind. Das wissen wir und wir können viel Interessantes und Zutreffendes darüber heraus finden, wenn wir in ein Geschichte- oder ein Physikbuch blicken statt in diverse "gechannelte" Dokumente.



Wenn wir uns selbst betrachten, können wir uns erinnern, erinnern, immer weiter erinnern. Automatisches Zeichnen oder Schreiben mag dabei nützlich sein, vielleicht auch freies Assozieren, den teuren Psychoanalytiker durch ein Aufnahmegerät ersetzen. Auch Sigille mögen dabei nützlich sein. Machen wir das Unbewusste bewusst. Das Vergangene war wirklich da, egal was in irgendwelchen Lehren darüber behauptet wird.
Doch was war vor unserer Geburt oder Zeugung von uns vorhanden? Darüber gibt es verschiedene Ansichten, die man glauben mag oder auch nicht, ich behaupte, dass es den Versuch lohnt, sich noch weiter zurück zu erinnern versuchen! Es geht nicht darum, zu wissen, dass ich im letzten Leben XY war, derartige Einsichten führen meistens zu keinem Zuwachs an magischer Kraft, abgesehen von der Frage der Richtigkeit. Es geht viel mehr darum, die geistigen und biologischen Faktoren zu erforschen, die noch vor unserer Inkarnation zu eben dieser hinführten. Wenn Sie 1970 geboren sind, werden Sie mir wohl zustimmen, dass die Welt 1965 noch ohne Sie existiert hat. Was von Ihnen war 1965 schon da, wo war es? Es muss sich dabei keineswegs nur um eine bestimmte Person handeln, die rechtzeitig vor Ihrer Geburt verstorben ist, um im Bauch Ihrer Mutter inkarnieren zu können, es sind noch andere Dinge dagewesen, die zu Ihnen hingeführt haben. Dieser Weg zurück in Ihre Vergangenheit geht fließend über in die Erforschung der vergangenen Außenwelt, da gab es Wissen, Glauben, Kraft, Fähigkeiten, die eine Verbindung zu Ihrem Jetzt haben.

Sigille können in diesem Prozess des Erinnerns nützlich sein, sie können benutzt werden, um Vergangenes und Vergessenes wieder nutzbar zu machen, auch von Bereichen, die zeitlich zur Gänze vor dem aktuellen Leben liegen. Sigille eröffnen noch eine weitere Möglichkeit, mit der man äußerst vorsichtig umgehen sollte, die (Wieder-)Belebung von Atavismen. Mit dem Begriff "atavistic resurgence" meint Spare dem Kontakt mit früheren Stufen der Evolution, speziell mit Tieren. Ob man nach den veralteten Vorstellungen von Ernst Haeckel in der Embryonalentwicklung die Stammesentwicklung "rekapituliert" sieht oder ob der aktuelle Stand der Evolutionsbiologie in die Überlegungen einbezogen wird, eines ist klar: Unsere eigenen Gene kommen zur Hälfte von der Mutter, zur Hälfte vom Vater. Deren Gene wiederum von Großmüttern und Großvätern, weiter zurück bis zu den ersten Menschen und noch weiter zurück bis zu jenen frühern Primaten, die die biologischen Vorläufer des Menschen darstellen, diese noch weiter zurück die ganze biologische Evolution hindurch.

Gewisse afrikanische Stämme kannten Methoden, sich in einen mit einem bestimmten Tier verbunden Trancezustand zu versetzen, wodurch dann Fähigkeiten erlangt wurden, die zu diesem Tier gehören. Zum Beispiel war es möglich, sich mit dem Bewusstsein von Elefanten zu verbinden, um in dieser Trance dann schwere Lasten über lange Strecken zu tragen.
Die altägyptische Religion, welche hoch entwickelte magische Praktiken enthalten hat, ist bekannt durch ihre Gottheiten, deren Körper menschlich, deren Köpfe aber tierisch sind. Ebenso gibt es in den Überlieferungen des tantrischen Buddhismus tierköpfige Gottheiten, vor allem tierköpfige Dakinis, weibliche wilde Entitäten, welche sexuelle Trance und Todestrance gleicherweise verkörpern, in der vorbuddhistischen Bedeutung handelt es sich tatsächlich um astrale Hexen, die sehr unangenehme Dinge hervorbringen können, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Menschliche Körper mit Tierkopf symbolisieren oft die Rück-Verbindung eines menschlichen Magiers mit einer tierischen Form, andere Symboliken sind der sprichwörtliche Rabe auf den Schultern der Hexe, der sie berät, und viele ähnliche Dinge mehr. Auch die passive Verwandlung gehört hierher, etwa wenn Circe die Gefährten von Odysseus in Schweine verwandelt, Circe war wie Troja wohl nicht nur legendär.

  Anubis, ägyptischer Gott der Mumifizierung

Es wäre nicht heute, gäbe es zu diesem Thema nicht eine Eso-Trivialisierung, den Neo- oder Kommerzschamanismus, der geduscht und föhngewellt in einem klimatisierten Seminarhaus sitzend mal schnell mit dem persönlichen Krafttier kommuniziert, nicht selten einem exotischen, welches in der Umgebung gar nicht vorkommt ("Werden Sie Schamane", das steht wirklich auf so einer Webseite, als wäre das ein Beruf wie Friseur. Nicht mal verfluchen steht im Ausbildungsplan, immer nur heilen, heilen, als würden sich indianische oder afrikanische Schamanen den ganzen Tag mit Handauflegen befasst haben, aber in echt gibt es die kaum noch, also kann man alles behaupten).

Mit Hilfe von Sigillen und mit Sexualmagie tierische Atavismen zu beschwören ist aber eine ganz andere und gefährliche Angelegenheit, die Effekte nehmen ihren Lauf und bedingen irreversible Veränderungen. Bitte probieren Sie nicht aus, ob das zutrifft, solange Sie nicht genau wissen, was Sie tun und ein gewisses Vortraining absolviert haben. Es handelt sich nicht um harmlose Visualisationen, sondern um rohe und urtümliche Kräfte, die man auch ertragen können muss.
Näheres soll hier nicht gesagt werden, jedenfalls ist es möglich, mit Sigillen sehr entlegene Vergangenheiten wieder aufzurufen und daraus Kraft zu beziehen. Physiologisch gibt es verschiedene Arten von Gehirngewebe, das Großhirn mit seinen abstrahierenden Fähigkeiten ist das evolutionär jüngste. In extremen, meistens auch gefahrvollen Situationen, kann es sein, dass wir ohne bewusste Überlegung etwas tun, was wir instinktiv als richtig erkennen und sich im Nachhinein auch als richtig herausstellt, unter Umständen manifestieren wir dabei kurzzeitig unbekannte Fähigkeiten, wir verlassen uns vereinfacht gesprochen auf unser "Reptilienhirn". Viele Einweihungen indigener Völker, oft nicht mehr praktiziert oder im Aussterben begriffen, zielen darauf ab, durch einen Extremzustand zur Manifestation einer psychischen Kraft zu kommen.

Sigille können auch mit grafischen Darstellungen von Menschen, Göttern, Tieren, Symbolen und so weiter kombiniert werden. Das Resultat wird "Magische Stele" genannt, häufig gibt man ihr eine grabsteinähnliche Form mit abgerundetem oberem Ende. Eine solche Stele kann eine ganze Welt darstellen, etwa die eines antiken magischen Kultes, oder eine Verbindung zwischen verschiedenen Welten und Entitäten herstellen. Nach dem Zeichnen oder Malen der Stele wird sie durch passende Rituale belebt und sodann als astrales Tor in die auf der Stele symbolisierte Dimension bereist. Auch dieses Verfahren kann verwendet werden, um in vergangene Dinge zurück zu gehen.

magische stele Stele von A. O. Spare

Auch die Kommunikation mit den eigenen Ahnen, seien es nun biologische oder geistige, gehört in das Gebiet von "Zos Kia", dem sich Wieder-Erinnern an die magischen Fähigkeiten in der Vergangenheit. Dieses Thema ist bei indigenen Völkern sehr wichtig, aber auch die sehr zivilisierte japanische Shinto-Religion ist ein Ahnenkult. Auch hier hüte man sich vor Trivialisierungen und Psychologisierungen, etwa den pseudotherapeutischen Familienaufstellungen nach Hellinger.

Die Hexe, die zu ihren Ahnen will, macht eine Reise zurück in das christliche Schuldbewusstsein, in die Angst vor der Hölle und der Sexualität, zu den brennenden Scheiterhaufen und blutgetränkten Schlachtfeldern Europas. Sie reist zurück in vergangene Liebesfreuden, Heldenmut und Schönheit, die Ekstase unberührter Natur und das Wirken heidnischen Zaubers, namenlose Geister der Vergangenheit, antike Mysterien, immer wieder geboren, immer wieder sterbend.

Zos Kia ist ein Weg zurück zu den Anfängen des menschlichen Bewusstseins, zum ursprünglichen Bewusstsein an sich, zu dem Bewusstsein, das sich nicht mit seinen Objekten identifiziert, Zeiten und Räume weit überspannend. Dieses Bewusstsein ist die Quelle der ursprünglichen Hexenkraft, die man auch als ursprüngliche Schamanenkraft oder eben magische Kraft bezeichnen könnte, es ist nicht jenseits von Gut und Böse, sondern niemals in die Unterscheidung von Gut und Böse involviert gewesen. Diese Kraft hat nicht unbedingt eine gesellschaftliche Funktion, sei es in Gestalt des Dorfschamanenen oder Beraters eines heidnischen Fürsten, sie ist das Unbezähmbare, Unberechenbare, frei von Regel und Gesetz, sich selbst genügend und sich heimlich fortzeugend.

Im 20. Jahrhundert gab es Wiederbelebungsversuche des Hexenkultes, zunächst durch die von Gerald B. Gardner gegründete neu-heidnische Hexenreligion Wicca (Gardner war sowohl mit Crowley als auch Spare gut bekannt), dann durch eine Vielfalt von von weiteren Wicca-Varianten, heutzutage durch meterweise im Eso-Regal stehende "Hexenbücher", meistens von niedrigstem Niveau naiver Esoterik-Gläubigkeit ohne tiefere Philosophie.
Der heimliche Altmeister hinter all diesem war zweifelsohne Spare, aber dessen Radikalität hatte mit Religion aller Art nichts zu tun, auch nicht mit neuheidnischer, wo man zwar den griechischen Pan anbetet, aber den zugehörigen Trancezustand, eine (bi?)-sexuelle Orgie mit Gebrauch passender Stimulanzien, doch eher vermeidet. Es geht auch nicht darum, Spare zu folgen, etwa in dem Sinn, wie in einigen magischen Orden Crowleys Privatoffenbarung Liber AL als Lebensregel angenommen wird. Zos Kia ist eben kein Kult (die Bezeichnung Zos Kia Cultus stammt wahrscheinlich von Kenneth Grant) mit einer ritualisiert wiederholten Wahrheit, welche von einer zugehörigen Entität offenbart wird. Zos Kia ist undefiniert, ein namenloses Mysterium, zwischen allen "Linien", jenseits aller Gesetze, Vorgaben, Wahrheiten, Offenbarungen.

Zum Abschluss noch ganz kurz zu einer Sache, die in Zos Kia eine wesentliche Rolle spielt, der Sexualmagie. Diese setzt voraus, sich aller sexuellen Wünsche bewusst zu werden und diese zu leben, Spare betrachtet den sexuellen Willen als etwas, was dem grundlegenden unbewussten Willen, der Quelle aller magischen Kraft, sehr nahe ist und vorausgeht. Mit "Neuer Sexualität" meint er eine nicht an gesellschaftliche Konvention gebundene Sexualität, mit "Universaler Frau" nicht die Göttin als Idealprojektion des Wicca-Kultes, sondern die alte Hexe, die ihrer Sexualität ungehemmt frönt. Es handelt sich dabei um ziemlich genau das Gegenteil von der klinischen Welt der Medien-Sexualisierung, die in Gestalt dürrer Models und dummer "Stars" von den Werbeflächen flimmert, eben kein täuschendes Ideal von verführerischer Schönheit, sondern das was wirklich ist und die Menschen im Verborgenen antreibt, was aber kaum jemand zugibt.

  A. O. Spare, "Four Witches"

Ein anderes falsches Ideal ist die ermüdende Sexualmoral der christlichen, jüdischen und islamischen Geistlichen. Sie wollen verhindern, dass mit freier Liebe der ganze Mensch frei wird. Denn nichts fürchten und hassen die Eiferer mehr als die Freiheit. Genauso schlimm jene sexuell frustrierten indisch oder tibetisch influenzierten Kerzenschlucker, die man in ihre Karma-Hölle bannen kann, indem man mit einer Wurst vor Ihnen wedelt. Sie haben zwar keine Ahnung von den Dingen, die in einer echten tantrischen Traditionen betrieben werden, aber belehren jedermann über das schlechte Karma, den gütigen Lächel-Mönch und das Erfordernis der "Transformation" der sexuellen Lust - kann man transformieren, was man unterdrücken muss?

Sind Sie erotisch zufrieden gestellt? Das Finden des sexuellen Willens und das Finden des magischen Willens hängen sehr eng zusammen - suchen Sie alle Freuden der Liebe.

Zos ist der Körper, vor allem der konsequent dem sexuellen Instinkt folgende Körper, auch der mit der Welt der Erscheinungen verbundene Körper. Kia ist das undifferenzierte Bewusstsein, das alte Bewusstsein, das von Leben zu Leben wandernde.
Zos ist das Medium der Ekstase, Kia das sich an der Ekstase erfreuende Bewusstsein.


Dieser Pfad erfordert großen Mut, es winkt die Fähigkeit, Zauber zu wirken, die Langlebigkeit der Naturkundigen, ein stets messerscharfer Geist, schöpferischer Selbstausdruck und absolute Freiheit. All dies aus eigener Kraft erworben, ohne Gnadenakt eines Gottes, selbstbestimmt in jedem Augenblick, erhobenen Haupts, in Würde, nichts und niemand über sich duldend.


Literatur und Quellen

Austin Osman Spare: Gesammelte Werke 1905-1927, ISBN 978-3-90113422-7
Die Edition Ananael, einer der besten deutschen Verlage für magische Literatur, hat alle zu Lebzeiten von Spare publizierten Werke in einer sehr gut übersetzten und kommentierten Ausgabe zur Verfügung gestellt.

Gavin Semple: Austin Osman Spare, ISBN 978-3-939459-46-0
Versammelt Texte über die Kunst und Magie von Spare, einige Farbabbildungen seiner Bilder und zwei kurze Texte von Spare selbst. Das einzig brauchbare Buch über Spare in deutsch. (das andere, Jungkurth: Zos Kia ..., enthält viele Dinge, die mit Spare nichts zu tun haben, paraphrasiert aus Kenneth Grant: Cults of the Shadow)

Wiki-Eintrag A. O. Spare
Die wichtigsten Texte von A. O. Spare im Original und einige Arbeiten über ihn
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Weitere Artikel und Materialien bei Fulgur, einem englischen Verlag


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