helmut poller tantra wien
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Häufig gestellte Fragen



Brauche ich Vorkenntnisse in Tantra, um die Angebote hier wahrnehmen zu können?

Nein. Nur Neugierde, sich auf geistige Übungen einzulassen. Jede Übung wird nach der Erklärung gemeinsam mit mir durchgeführt, es gibt zum Merken immer eine schriftliche Unterlage. Die empfohlene Übungszeit von einer Stunde täglich soll nur einen Maßstab geben, mit dieser Zeit treten die gewünschten Effekte fast immer innerhalb einiger Wochen ein. Es ist mir klar, dass es für AnfängerInnen eine Zeit dauert, um überhaupt auf diese eine Stunde zu kommen. Für den Anfang reichen auch 20 oder 30 Minuten, die eine Stunde kann auch mit zwei halbstündigen Übungsperioden erreicht werden. Machen Sie sich keine Sorgen wegen der vielen hier beschriebenen Methoden und Begriffe, Sie müssen nur das wissen, was zu Ihrer Übung gehört, das passt meistens auf ein paar Blatt Papier.


Gauri, Ausschnitt aus einem Hevajra-Thangka, gemalt von Bhagamalini, Sammlung HP
(die Bilder auf dieser Seite zeigen acht Dakinis auf diesem Thangka)



Wie verträgt sich der Glaube an indische Gottheiten mit Wissenschaft?

Glaube im Sinn eines Für-Wahr-Haltens einer Aussage ohne Beweis oder zumindest guten Indizien verträgt sich nie mit Wissenschaft. Allerdings handelt es sich bei Yoga und Tantra nicht um Offenbarungen religiöser Wahrheiten, sondern um Übungswege, die zu Erfahrungen führen. Wenn Sie durch Visualisation, Mantra und Ritual eine indische Gottheit anrufen, wenn Sie das lang genug und konzentriert genug machen, also in eine Art Trance eintreten, dann werden dadurch in Ihrem Gehirn neue Verschaltungen gebildet, gerade auch durch die häufige Wiederholung des Vorgangs. Damit das funktioniert, ist es nicht erforderlich, irgend eine Aussage in einem indischen Text zu glauben, nicht einmal dann, wenn diese Aussage dem Gott zugeschrieben wird, den Sie anrufen. Es gibt aberhunderte von Texten und Traditionen, eine Gottheit wie Shiva wird genauso von strikt zölibatär lebenden Sadhus angerufen wie von Freunden sehr freier Formen von Erotik, beide Gruppen haben Texte, die als "von Shiva" offenbart gelten. Glaube ist sogar eher hinderlich, um den konzeptfreien Zustand zu erfahren, den die nondualen Lehren zum Ziel haben. Ich "glaube" nicht an indische Gottheiten im geläufigen Sinn des Wortes, schon allein weil mir klar ist, dass Menschen all diese Formen und Methoden erdacht haben. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Methoden funktionieren, sehr gut funktionieren, unabhängig von Zeit und Kultur, universell eben. Die Frage nach dem "Glauben" impliziert einen abendländischen Zugang. In Indien gibt es Monismus, Monotheismus, Nihilismus, Materialismus, Nondualität (Advaita) und so weiter. Wenn Sie zu mir kommen, können Sie sich ganz frei entscheiden, ob und was Sie glauben wollen. Mehr dazu: Was auf dem Tantra-Pfad NICHT gelehrt wird - eine Abgrenzung von Systemen des Glaubens

  Cauri


Gibt es westliche, europäische, mit unserer Kultur verbundene Methoden, die ähnlich funktionieren wie Yoga oder Tantra?

Nein, gibt es nicht. Die Inder hatten schon vor 2500 Jahren (mehrere) sehr ausgefeilte Theorien, wie Sinneseindrücke, Gedanken, Gefühle, Bewusstsein zustande kommen, und sie hatten komplexe Übungssysteme, um diese Theorien erfahrbar zu machen und um den Geist gezielt in eine bestimmte Richtung zu entwickeln. Es gab in Europa nichts Vergleichbares. Die asiatischen Methoden der Innenschau sind genauso wenig an eine Kultur gebunden wie die in Europa entstandene Naturwissenschaft. Wenn Sie sich nur auf Ihren Atem konzentrieren, werden Sie Ähnliches erleben, wie ein Inder, der das gleiche tut. Wir sollten alle menschlichen Kulturleistungen würdigen, ohne uns unterlegen oder überlegen zu fühlen.

Vergleichbare Methoden der Geistesschulung wurden im Westen erst im 20. Jahrhundert entwickelt (z. B. das "Autogene Training" oder das Mentaltraining für Sportler oder als therapeutisches Werkzeug), diese Methoden wirken nur in partiellen Bereichen, versuchen aber nicht, die Natur der Bewusstseins als Ganzes durch Innenschau zu erfahren. Ich habe ein Auge auf der wissenschaftlichen Erforschung des Bewusstseins, diese hat immerhin schon erwiesen, dass Meditation die Gehirnströme verändert - aber woher kommt Meditation? Eine Synthese von westlicher Naturwissenschaft und östlicher Bewusstseins-Kunde wäre erstrebenswert, dazu müssen wir zuerst die östlichen Quellen gründlich kennen - leider sehen wir statt dessen die Reduktion der Lehren auf Inhalte, die sich gut vermarkten lassen, passive Konsumenten von Spiritualität finden sich genug.

  Vetali


Warum stehen auf der Webseite keine konkreten Übungen, ich würde gern Übungen ausprobieren?

Weil es bei allen Übungen um definierte Ziele und Resultate geht. Übungen, die aus ursprünglichen tantrischen Lehren stammen, werden immer nur persönlich gelehrt, solche Übungen hier anzuführen, würde zu einem falschen Bild der von mir gepflegten Vorgangsweise führen. Siehe dazu auch: Google, youtube und Wikipedia als Tantra-Quelle?
Die Übungen, die wirklich zu genau dem hinführen, was Sie erreichen wollen, müssen individuell angepasst werden und es muss die Möglichkeit geben, mit dem Lehrer darüber zu sprechen, was durch die Übung passiert.
Für viele tantrische Übungen benötigen Sie eine Einweihung, die nur durch ein persönliches Treffen möglich ist. Einweihungen sind weder per "Video-Life-Stream" noch per imaginierter "Ferneinweihung" möglich.

Muss ich Englisch können, um tantrische Quellen zu verstehen?

Die von mir aufgeführten Quellen sind alle in Englisch. Weil es in Deutsch nahezu keine Texte gibt, die Quellen übersetzen oder an den Quellen orientiert sind, das gilt auch für Webseiten. Wenn Sie Tantra nur praktizieren wollen, brauchen Sie kein Englisch, da ich für alle Praktiken, die ich weitergebe, kurze deutsche Praxistexte erstellt habe, die jeden unnötigen Ballast vermeiden. Die originalen Texte, von denen englische Übersetzungen existieren, sind oft umfangreich und häufig schwer durchschaubar. Wenn Sie allerdings die mehrjährige Ausbildung absolvieren wollen, die ich entwickelt habe, sollten Sie in der Lage sein, geisteswissenschaftliche englische Bücher mit Hilfe eines Wörterbuches zu lesen, die Ausbildung beruht auf Praxis und eingehender Kenntnis und Diskussion eben dieser Quellen.

  Ghashmari


Besteht eine Chance, dass Sie wieder in die Stadt XY kommen, um dort ein Seminar zu halten?

Nach einer fünfjährigen Pause mit Gruppenseminaren ist die Antwort derzeit wieder Ja. Es gibt dazu zwei verschiedene Möglichkeiten:

Sie kennen einen Seminaranbieter, besonders geeignet sind Tantra-Seminar-Anbieter, und können diesen dazu überreden, mich einzuladen. Ich habe zu diesem Zweck ein spezielles Angebot vorbereitet, welches einen Einstieg in das Karmamudra-Training enthält. Karmamudra ist der Ausdruck für die Praxis der sexuellen Vereinigung im buddhistischen Tantra, daher besonders geeignet für Tantra-Anbieter. Ich mache nur kleine Gruppen und betreue alle Teilnehmerinnen auf Wunsch nachher per Mail weiter! Anfragen von Anbietern sind willkommen.

Die zweite Möglichkeit, inhaltlich nicht beschränkt, ist für eine kleine private Gruppe, welche von mir tantrische Instruktionen erhalten will. Für eine solche Gruppe ist es schon billiger, mich nach Deutschland einzuladen, als ein paar Tage nach Wien zu kommen. Mehr darüber hier.

  Pukkasi


Was ist unter "Übertragung" einer Praxis zu verstehen?

Jede Form von echtem Tantra erfordert die persönliche Übertragung durch einen Lehrer, der diese Übertragung selbst von einem Lehrer erhalten haben muss, das nennt man "Übertragungslinie" (paramparā). Ein wichtiger Teil der Übertragung ist die Einweihung, ein mehr oder minder langes Ritual, es kann formlos und schlicht oder kompliziert mit vielen Teilen sein. Das klingt sehr nach religiöser "Tradition", nach starrer Wiederholung und unreflektiertem Glauben an Autoritäten. In zeitgenössischen Kreisen von traditionellem Yoga und im tibetischen Buddhismus ist es wohl auch so, aber so war es ursprünglich sicher nicht gemeint. Vielmehr hat das Verfahren einen ganz anderen Sinn: Es soll die strikt individuelle Form des ganzen Vorgangs gewährleisten.

Was übertragen wird, hängt von den individuellen Wünschen der Studentin ab. Die nachfolgenden Instruktionen des Lehrers hängen von den laufenden Übungsergebnissen ab und sind wieder individuell. Das entspricht sehr genau dem, was heute als Coaching bezeichnet wird, ich habe daher ein Coaching-Format entwickelt, welches dazu dient, Übungen aus traditionellen Übertragungslinien an Europäer des 21. Jahrhunderts in einer zeitgemäßen Form zu übertragen. Der ursprüngliche Sinn wird auch durch die heute üblich gewordenen "Einweihungen" an Massen von unbekannten Leuten verdeckt, es handelt sich dabei schlicht und einfach nicht um echte Einweihungen, weil diese sind nur an Einzelpersonen oder sehr kleine Gruppen möglich, von denen jedes Mitglied dem Lehrer schon vorher bekannt sein muss. Siehe auch Frage vorher.

  Shavari


Sind Sie erleuchtet/befreit/erwacht?

Die Frage impliziert, das es "erwachte" Menschen gibt und Nicht-Erwachte und zwischen den beiden eine klare Grenze, ein vorher und nachher, ähnlich wie bei Raupe und Schmetterling. In Wirklichkeit handelt es sich bei solchen Behauptungen stets um Rhetorik, um die eigene Lehre anzupreisen, sehr erfolgreich zum Beispiel vom historischen Buddha gebraucht, wobei der Buddha allerdings ein spiritueller Gigant war im Vergleich zu den vielen Zwergen, die sich heutzutage entweder selbst als "erwacht" bezeichnen oder von ihrer Werbeabteilung so tituliert werden. Genauso wenig, wie es in Fächern wie Mathematik oder Physik möglich ist, zu einem Ende zu gelangen, genauso unmöglich ist es in spirituellen Angelegenheiten - schließlich geht es um die innerste Natur des menschlichen Bewusstseins an sich.

Hören Sie auf, nach dem Meister zu suchen, wenn Sie intelligent sind, werden Sie überall Schwächen und Nachteile sehen. Wenn Sie ungern selbst nachdenken, werden Sie irgendeine Person für den lebenden Buddha, die Verkörperung einer indischen Gottheit oder sonst irgendetwas "Hohes" halten - er muss unerreichbar sein, man muss sich davor möglichst tief bücken können. Indische und tibetische Meister haben eine bizarre Psychotechnik hervorgebracht, mit Thronen, Brokatroben, Niederwerfungen als Grußform und so weiter, die jedem Neuankömmling suggeriert, es mit einem "spirituell hochentwickelten" Lebewesen zu tun zu haben - von den Schattenseiten vieler solcher "Meister" hört man weniger, oft erst, wenn es es bereits zu massiven Problemen gekommen ist. Die alten Meister der Tantras hatten immer nur wenige Schüler und lebten absolut unauffällig, sie brauchten weder eine "Security" noch einen Hofstaat von Unterlingen.

Ein spiritueller Lehrer stellt sich erst genau dann als solcher heraus, wenn Sie die Übungen machen, die er Ihnen gibt, und wenn Sie mit Hilfe dieser Übungen das erreichen, was Sie erreichen wollen, nicht das, was irgendeine Schule oder irgendein Kult vorgibt. Wenn das geschieht, haben sie es mit einer echten Lehre und einem echten Lehrer zu tun - wie hoch der in irgendeiner phantasierten Erleuchtungshierarchie steht, ist dann irrelevant.

  Candali


Wurden Sie von Ihren Lehrern autorisiert, die Lehrern weiter zu geben?

Ich wurde von drei Meistern aus drei verschiedenen Schulen autorisiert, zu unterrichten, ich habe das ein paar Jahre lang als "autorisierter Lehrer" auch getan, 2008 habe ich alle drei Autorisationen schriftlich zurück gelegt. Sollte ich erwacht sein, war es wohl ein böses Erwachen.

Was die buddhistische Seite betrifft, habe ich hierzu einen Text verfasst, er lässt auch erahnen, warum ich jeder Form von religiöser Hierarchie und Organisation für immer den Rücken gekehrt habe:
Gibt es eine Autorisierung als Lehrer der buddhistischen Tantras?

Was die hinduistische Seite betrifft, können Sie getrost davon ausgehen, dass es im Großen und Ganzen nicht anders zugeht ist als bei den Buddhisten, es ist aber viel schwerer darzustellen, da sich unter dem Begriff Hinduismus viele verschiedene Lehren versammeln, die jeweils ihre eigenen Begriffe und Bräuche haben. Die zeitgenössische indische "Esoterik" ist genauso kommerzialisiert und unehrlich wie die bei uns heimische Variante, wenn man keine Überlieferungslinie nachweisen kann, wird einfach eine erfunden. Im Unterschied zu den tibetischen Meistern spielen Verwandtschaftsverhältnisse bei den indischen Meistern nicht so eine große Rolle, aber sonst ist alles gleich. Ein paar wirklich bedeutende Hindu-Meister des 20. Jahrhunderts haben nie irgendwen zu irgendwas autorisiert, die wussten schon, warum.

Wenn Sie an religiöse Autoritäten glauben, gehen Sie zu einer solchen hin. Ich bin keine. Ich bin ganz ich selbst, autonom, niemand hält eine schützende Hand über mich, ich gehöre zu keiner religiösen Gruppe, ich trage keine religiösen Titel, ich vertrete keine festgelegte Lehre.

  Dombini

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