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Ich schreibe an meinem Buch, welches unter dem Titel

"Buddhistisches Tantra"


erscheinen wird, geplanter Erscheinungstermin ist Ende 2017. Ich habe bereits einen Verlag gefunden, der das Buch publizieren wird. Das Buch fasst meine eigenen Praxis-Erfahrungen und Forschungen seit 1982 zusammen und gibt eine tief schürfende Einführung in den ganzen Komplex des buddhistischen Tantra, beruhend auf den Quelltexten. Wir haben derzeit immer mehr (größtenteils englische) wissenschaftliche Literatur in Form von Übersetzungen der Quelltexte und von Einführungen oder Kommentaren dazu, die aber unter den Praktizierenden im deutschsprachigem Raum kaum rezipiert wird. Wir haben (auch in deutsch) viele religiöse Bücher tibetischer Lamas oder von deren Schülern, die in den meisten Fällen entweder nur wenig Verbindung zu den tantrischen Quelltexten haben, oder diese im Sinn der klösterlichen Tradition verfälscht darstellen, was unter anderem am Fehlen der sexuellen Praktiken zu bemerken ist, die in den Quellen eine bedeutende Rolle spielen. Diese Lama-Bücher behandeln größtenteils nur den Sutra- oder Mahayana-Buddhismus oder maximal die "äußeren Tantras", sie sind voll von Idealisierungen, Mystifizierungen und einem oberflächlichen Gut-Böse-Dualismus, der in keiner Weise den Quellen der Tantras, vor allem den "inneren Tantras" gerecht wird. Diese sind durchgehend frei von Rein und Unrein, Gut und Böse, Erhaben und Niedrig und ähnlichen Dualismen.
Meine Arbeit soll einen Beitrag liefern, diese Lücke zu schließen und eine systematische Darstellung der inneren Tantras geben, aber auch die zugehörige Praxis beschreiben, die im Sinn dieser Quellen bedeutend anders aussieht, als die vielfach wiederholten Gebete und Visualisationen, die man heutzutage in tibetisch-buddhistischen Dharmazentren im Westen beobachten kann.

Inhalt

Teil Eins - Indien
Die Lehren des Sutra- und Tantra-Buddhismus anhand großer Teile der übersetzten indischen Quellen. Erläuterung der wichtigsten Grundbegriffe und Erklärung von Sichtweise, formaler Praxis, Verhalten (außerhalb der Praxis) und der beobachtbaren Resultate der inneren Tantras. Erklärung der Praxismethoden: Visualisation und Mantra, Mandala, magische Aktivitäten, Rituale für definierte Zwecke, Arbeit mit dem feinstofflichen Energiesystem (Zentralkanal und Chakras), Praxis der Vereinigung, Praxis der Auflösung in das nonduale Gewahrsein. Rekonstruktion der Praxis der alten tantrischen Gruppen, in denen Männer und Frauen vollkommen gleichwertig waren und in denen sexuelle Riten unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen geübt wurden (d. h. unabhängig von Ehe und Familie). Die Methoden der "Übertragung", die ausschließlich mündlich unter vier Augen oder in sehr kleinen Gruppen erfolgte. Grundsätzliche Fragen der Interpretation von Quelltexten und der biografischen Quellen.

Teil Zwei - Tibet
Die Übertragung der Lehren von Indien nach Tibet. Der Übergang von den gesellschaftlich subversiven tantrischen Kleingruppen zu einer die ganze Gesellschaft steuernden Staatsreligion. Die Verwandlung der tantrischen Lehren in eine Praxis, die auch von Mönchen geübt werden konnte (was bei den originalen indischen Tantras zumindest in den höheren Tantra-Klassen niemals der Fall war). Die Machtergreifung in ganz Tibet durch Mönche in Politik, Bildung und Wirtschaft. Der Verlust der Übertragungslinien für die sexuellen Methoden (auch unter nicht-mönchischen Übenden) und das Verdrängen von Frauen in die Bedeutungslosigkeit, einhergehend mit der Reduktion des Sexuellen auf das Zeugen von Kindern. Die Degeneration des tibetischen Buddhismus zum Personenkult, der hauptsächlich um angebliche Wiedergeburten früherer Meister kreist - das Tulku-System, welches in Indien nicht existierte. Die Degeneration der klösterlichen Praxis zu einem System langer Ritual-Rezitationen und auswendig gelernter philosophischer Texte, das keine Kraft mehr hat, Übende tatsächlich geistig zu befreien.

Teil Drei - Neues buddhistisches Tantra im Westen
Die Notwendigkeit einer Neugründung der tantrischen Übertragungslinien im Westen. Wie man im Westen unter Integration von Beruf, Erotik und Beziehungen buddhistisches Tantra anhand der indischen Quellen üben kann. Fragen der Kulturdifferenz und der Notwendigkeit, in die Praxis statt indischer und tibetischer Folklore Erkenntnisse heutiger Wissenschaft einzubeziehen: Philosophie oder allgemeine Theorie, Anthropologie, Philologie, Bildwissenschaft und so weiter. Entwurf einer ersten Theorie bewusstseinserweiternder Übungssysteme, zu denen buddhistisches Tantra dazu gehört. Es handelt sich um psycho-physische Übungen, die unter kontrollierten Bedingungen nach relativ kurzer Zeit zu klar definierten Resultaten führen. Es handelt sich nicht um Systeme des Glaubens an Dinge, für die es keine wissenschaftlich haltbare Evidenz gibt, wie zum Beispiel den Glauben an frühere oder künftige Leben. Diese Übungen eröffnen dem Geist andere, wesentlich erweiterte Möglichkeiten, bis zum Erlebnis der Befreiung durch die Erfahrung der Ich-Losigkeit und Leerheit aller inneren und äußeren Phänomene.

Teil Vier - Praxis
Zur Praxis im Allgemeinen, mögliche Zugänge, mögliche Fehlerquellen. Einige einfache Übungen, die ohne das Erfordernis einer Einweihung und nachfolgenden Betreuung durchgeführt werden könnnen. Zugang zur fortgeschrittenen Praxis. Übertragungslinien, Einweihungen und fortlaufende Betreuung im Westen. Überblick über die verfügbaren Praxismethoden, die bereits ausreichend übersetzt und dokumentiert sind, Zeitaufwand, Zugangsvoraussetzungen. Ratschläge zur Praxisorganisation, zum Abhalten von Retreats, zum Umgang mit Lehrern und Gruppen.



Hevajra mit acht Dakinis, gemalt von Bhagamalini, Sammlung HP. Das Hevajra-Tantra gehört zu den ersten tantrischen Quelltexten, die komplett ins Englische übersetzt wurden (Snellgrove 1959). Dieser Text wird in meinem Buch behandelt, neben vielen anderen später übersetzten Quellen.


Ihr Beitrag

Ich schreibe dieses Buch "neben" meiner Arbeit, ohne finanzielle Unterstützung durch irgend eine Institution. Ich benötige Mittel, um Bücher zu kaufen, für den Zugang zu wissenschaftlichen Zeitschriften und so weiter, die Arbeit erfordert aber auch noch weitere Gespräche mit Gelehrten und Praktizierenden in Europa und Indien. Wenn Sie Interesse am zügigen Fortschreiten dieses Projekts haben, bedenken Sie mich bitte mit einer

Spende, eventuell auch in Form eines kleinen Dauerauftrags.

Ich versende als kleines Dankeschön gern einen ausführlichen Überblick über die Arbeit per Mail.

Sie können sich an der seit 2009 erfolgenden Entwicklung eines neuen quelltextbasierten tantrischen Lehrsystems aktiv beteiligen, indem Sie eines meiner Angebote annehmen.


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